Montag, 8. September 2014

Voltraid - Enter The World


Voltraid – Enter The World
2013, Eigenproduktion


Zurzeit gibt es in Bayern einige gute Bands, die sich dem guten alten geradlinigen Hardrock ala AC/DC verschrieben haben. Dazu zählen beispielsweise die Münchner Black Blitz oder The Dirt aus Passau, deren Alben auch schon ausgiebig auf sound and letters gewürdigt wurden. In dieselbe Kerbe schlagen nun auch Voltraid aus Ingolstadt, deren erster Longplayer Enter The World bereits 2013 im Flatliners Studio in ihrer Heimatstadt aufgenommen wurde.

Was Rockmusik angeht ist Ingolstadt wohl kein schlechtes Pflaster, so fallen einem spontan sofort Bonfire ein, die vor allem in den 80er Jahren mit melodischem Heavyrock weltweit erfolgreich waren und mit Bands wie ZZTop und Judas Priest tourten.
Ob Voltraid ein ähnlich großer Erfolg beschieden sein wird, bleibt abzuwarten, ist jedoch nicht auszuschließen.
Die oberbayerische Combo besteht aus den vier Herren Flo Jung an Gesang und Gitarre, Lorenz Deschu an der zweiten Gitarre, Michael Handschuh am Bass und Daniel Gliedl am Schlagwerk.

Für eine Eigenproduktion ist Enter The World mit ihren 10 Titeln und einer Gesamtlänge von rund 44 Minuten bemerkenswert gut produziert.

Bereits beim ersten Track Ride Out wird die Marschrichtung gleich klar vorgegeben. Die Ähnlichkeit im Nachnamen von Flo Jung mit den australischen Young-Brüdern scheint kein Zufall zu sein. Klare Riffs und ein stampfendes Schlagzeug ergänzen sich bestens mit Flo’s Gesang, der schlau genug ist, nicht Brian Johnson oder gar Bon Scott zu imitieren, sondern mit seinem eigenen Gesangsstil überzeugt. Der zweite Titel Hot Stuff knüpft soundtechnisch am ersten Stück an, wobei eine gut gelungene basslastige Mittelpassage für Abwechslung sorgt. Weiter geht’s mit dem kurz und knackigem I Am bevor dann mit Born For Rock’n’Roll der Song zum offiziellen Video, das auch als Einstieg in die Voltraid-Homepage präsentiert wird. Sicher ist der Titel klischeehaft, aber er wird glaubwürdig vermittelt und stellt einen ersten Höhepunkt auf dem Album dar. Das Klischee wird auch weiter bedient mit dem schnellen Stück Saturday Night, in dem eine große Prise Rock’n’Roll steckt. Dem Thema Samstagabend-Beschäftigung hat sich wohl schon so ziemlich jeder Rocker in Form eines Musikstücks gewidmet. Warum auch nicht? Am Samstagabend finden nun mal die meisten Parties statt und man kann endlich mal man selbst sein und die Sau rauslassen. Saturday Night bietet den passenden Soundtrack dazu. Das Stück erinnert etwas an den Klassiker Burning von Accept aus dem Jahr 1981, als die Welt noch in Ordnung war und Udo Dirkschneider am Mikro der Solinger Metal-Pioniere stand. Es folgt das energiegeladene, mit dem Bandnamen betitelte Voltraid, bei dem die Stimme Jungs gut zur Geltung kommt. Enter the World bewegt sich mehr in Richtung Metal und kann mit einem ruhigeren Mittelteil Spannung aufbauen. Mit 5:47 ist Cash’n’Girls  das längste Stück auf der Scheibe, das mit treibendem Bass und kraftvollen Gitarrensoli ausgestattet ist. Mit What I Want geht es wieder mit erhöhter Geschwindigkeit geradeaus bevor das stampfende Highway Stop den krönenden Abschluss bildet.          

Insgesamt hat Voltraid mit Enter The World ein Album ohne nennenswerte Schwächen abgeliefert. Das Werk steigert sich von den ersten beiden Tracks, bei denen noch viel AC/DC heraus zu hören ist, zu eigenständigen Stücken im Stile des klassischen Hardrocks mit Metal-Tendenz. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert und bekommt 4 von 5 Punkten.

Das Album ist zum Download verfügbar auf Amazon, musicload und i-tunes.



Line-Up:

Flo Jung (Guitar, Vocals)
Lorenz Deschu (Guitar)
Michael Handschuh (Bass)
Daniel Gliedl (Drums)







Tracklist:

  1. Ride Out (3:56)
  2. Hot Stuff (4:49)
  3. I Am (3:38)
  4. Born For Rock’n’Roll (4:10)
  5. Saturday Night (5:08)
  6. Voltraid (4:04)
  7. Enter The World (4:35)
  8. Cash’n’Girls (5:47)
  9. What I Want (3:19)
  10. Highway Stop (4:54)