Samstag, 26. April 2014

Within Temptation - Hydra World Tour

Bild: FKP Scorpio
Live – Within Temptation am 06.04.2014, Zenith

Hydra – wie die 9-köpfigen Schlange der griechischen Sagenwelt, der zwei neue Köpfe wachsen, wenn einer abgeschlagen wird, so nennt sich das aktuelle Album der holländischen Symphonic-Metal-Band Within Temptation. Es ist nicht die erste Band, die sich von dem Fabelwesen inspirieren ließ, bereits 1979 taufte die Superband Toto ihre zweite Studio-LP auf den gleichen Namen.
Mit dem Album im Gepäck gastierten Within Temptation im Rahmen ihrer Hydra World Tour am 6.April im Münchner Zenith. Zusammen mit der ebenfalls aus Holland stammenden Vorband Delain ergab sich eine vielversprechende Kombination zweier ähnlich orientierter Gruppen, deren Nationalität nicht die einzige Verbindung ist, die zwischen ihnen besteht. Wurde doch Delain vom Ex-Within Temptation-Keyborder Martjin Westerhold gegründet, nachdem er 2001 krankheitsbedingt ausgestiegen ist. 2005 holte er sich die ausdrucksstarke Sängerin Charlotte Wessels mit ins Boot. 2014 erschien das Album „The Human Contradiction“, das es nun zu promoten galt.

Das Zenith ist eine eher ungeliebte Location des Münchner Publikums. Die ehemalige Industriehalle glänzt in der Regel mit eher unterdurchschnittlicher Akustik und durch die langgezogene Geometrie ist die Sicht auf die Bühne als eingeschränkt zu bezeichnen, wenn man nicht gerade einer der groß gewachsenen Hünen ist, die meistens ausgerechnet vor einem stehen. Erfreulicherweise wurde bereits bei Delain Abhilfe mit Plateaus für Keyboard und Schlagzeug geschaffen, so dass diese gut zu sehen waren. Zudem gab es einen Steg von der Bühne ins Publikum, so dass auch Charlotte Wessels den Fans näher kommen konnte. Delain legten von Anfang an einen sehr überzeugenden Auftritt hin, allen voran die Sängerin, die das Geschehen mit sympathischer Ausstrahlung, sexy Outfit und guter Stimme dominierte. Die Stimmung bei den Fans war entsprechend gut, eine passendere Vorband konnte man sich für Within Temptation nicht vorstellen. Mit großem Applaus wurden Delain vom nun bestens eingestimmten Publikum verabschiedet.

Nach einer nicht zu knappen Umbaupause wurde der Saal verdunkelt und der sich über die ganze Breite der Bühne erstreckende Vorhang mit dem Hydra-Logo fiel und gab den Blick auf die Bühne mit einer großen Leinwand im Hintergrund frei, die von zwei feuerspeienden Schlangenköpfen flankiert wurde. Während zum Intro ein Drache auf der Leinwand erschien, bestieg die Band die Bühne und nahm Ihre Positionen ein. Vor der Leinwand befand sich ein Podest, auf dem links und rechts außen Schlagzeug und Keyboard positioniert waren und von dem eine Treppe hinunter zur eigentlichen Bühne führte. Auf dem Podest erschien dann auch Sängerin Sharon del Adel, als der Opener Let Us Burn angestimmt wurde und standesgemäß unter Einsatz von Pyrotechnik dargeboten wurde. Ein fulminanter Einstieg, dem gleich als zweites Stück der Hit Paradise folgt, das als Duett mit Turja Turunen, der ehemaligen Sängerin von Nightwish, aufgenommen wurde. Auf der Leinwand läuft das Video dazu, die Gesangsparts von Tarja werden dabei eingespielt, so dass das Duett zwischen Sharon auf der Bühne und Tarja auf der Leinwand stattfindet. Eigentlich reichlich früh für den zurzeit wohl bekanntesten Titel der Holländer, den einige wohl erst bei den Zugaben erwartet hätten. Doch aufgrund der durch Delain gut aufgeheizten Stimmung und dem gewaltigen Einstieg von Within Temptation funktionierte der Song trotz dieses frühen Zeitpunkts bestens. Mit Faster und Iron von Mother Earth, dem Album, mit dem 2000 der Durchbruch gelang, ging das Spektakel weiter. Nach Edge Of The World von Hydra wird ein Kurzfilm eingespielt, der Band und Publikum eine kleine Verschnaufpause verschafft. Durch den durchgehenden Einsatz der Leinwand wird das Konzert fast schon zur Multimedia-Show. Das war teilweise vielleicht etwas zuviel des Guten, musste man doch hin und wieder aufpassen, dass man sich nicht vom eigentlichen Geschehen auf der Bühne ablenken lies. Mit Pyrotechnik und In The Middle Of The Night ging es dann weiter. Es folgten Songs aus den verschiedenen Alben, ohne dass einer der Titel irgendwie abfiel. Einer der Höhepunkte in der zweiten Hälfte des Konzerts war das symphonische Our Solemn Hour vom 2007er Album The Heart Of Everything, bei dem die Stimme Sharons bestens zur Geltung kam. Mit Mother Earth endete das reguläre Set.
Unter viel Applaus betrat die Band dann nach kurzer Pause wieder die Bühne, um das Konzert mit vier Zugaben abzuschließen. Dazu gehörte überraschenderweise auch ein Cover von Lana del Reys Megahit Summertime Sadness, bevor mit Ice Queen das Konzert einen krönenden Abschluss fand.   

Ein großartiges Konzert, das keine Tiefen oder gar Durchhänger hatte. Ein sehr satter Sound, den die Band, bestehend aus Martijn Spierenburg am Keyboard, Mike Coolen am Schlagzeug, den beiden Gitarristen Ruud Adrianus Jolie und Stefan Helleblad und Jeroen van Veen am Bass, ins Münchner Zenith zauberte. Dazu eine bestens gelaunte Sängerin Sharon del Adel die mit Ihrer Stimme und Ihrer Präsenz das Geschehen auf der Bühne überstrahlte.



Setlist:

Let Us Burn
Paradise
Faster
Edge Of The World
Short Movie
In The Middle Of The Night
Angels
Dangerous
And We Run
Tell Me Why
Elements Intro
See Who I Am
Stand My Ground
Our Solemn Hour
The Cross
Covered By Roses
Mother Earth

What Have You Done
Fire And Ice
Summertime Sadness
Ice Queen